Inoffizielles sidux-Blog

Freitag, 2. April 2010

XBMC mit Wiimote


XBMC ist meiner Meinung nach die beste Mediacenteranwendung für Linux. Es bietet eine sehr einfache Bedienung, eine geniale Optik und spielt so ziemlich alle Formate, die ich kenne, ohne Probleme ab. Einsatzzwecke sind natürlich vor allem im Heimkinobereich zu finden.
Aber auch als Vollbildmediaplayer, der es ermöglicht komfortabel Bilder oder Vidoes zu schauen und Musik zu hören, ist XBMC klasse. Dabei holt es sich viele Informationen zu den Videos oder Musikstücken aus dem Netz.

Diese Anleitung beschreibt allerdings nicht was XBMC alles zu bieten hat, sondern wie man XBMC unter sidux zusammen mit einer Wiimote als Fernbedienung nutzen kann. Auch die Installation von XBMC wird hier nicht thematisiert. Zu finden ist XBMC im inoffiziellen Debian-Multimediarepo. Ebenfalls nicht Thema hier ist die allgemeine Einrichtung der Wiimote unter Linux. Das wurde im Rahmes des Wiimote-Projects schon beschrieben.

Vorraussetzungen:

  • Wiimote
  • Bluetooth-Support auf dem Computer
  • wminput aus den offiziellen Debianrepo
  • xbmc aus dem inoffiziellen Multimediarepo

XMBC-Konfiguration für wminput:
Auf Grundlage der Standardeinstellungen für die Tastaturkürzel und Maustasten in XBMC habe ich diese Einstellungsdatei für wminput gebastelt.

Folgendes als Textdatei unter /etc/cwiid/wminput/xbmc (geht nur als root!) abpeichern. Wenn es woanders gespeichert wird, einfach im nächsten Schritt den Pfad entsprechend anpassen.
Wiimote.A = BTN_LEFT
Wiimote.B = BTN_RIGHT
#
Wiimote.Up = KEY_UP
Wiimote.Down = KEY_DOWN
Wiimote.Left = KEY_LEFT
Wiimote.Right = KEY_RIGHT
Wiimote.Minus = KEY_KPMINUS
Wiimote.Plus = KEY_KPPLUS
Wiimote.Home = KEY_ESC
Wiimote.1 = KEY_ENTER
Wiimote.2 = KEY_P
Nunchuk.C = BTN_LEFT
Nunchuk.Z = BTN_RIGHT
#
Classic.Up = KEY_UP
Classic.Down = KEY_DOWN
Classic.Left = KEY_LEFT
Classic.Right = KEY_RIGHT
Classic.Minus = KEY_KPMINUS
Classic.Plus = KEY_FKPPLUS
Classic.Home = KEY_ESC
Classic.A = BTN_LEFT
Classic.B = BTN_RIGHT
#Classic.X =
#Classic.Y =
#Classic.ZL =
#Classic.ZR =
#Classic.L =
#Classic.R =
#
Plugin.ir_ptr.X = ABS_X
Plugin.ir_ptr.Y = ABS_Y

Diese Belegung ermöglicht das Steuern von XBMC mit oder ohne Sensor-Bar. Dazu aber später mehr.

Wiimote aktivieren und XBMC starten:

wminput -d -c /etc/cwiid/wminput/xbmc
xbmc

XBMC auf Fenstermodus umstellen:Im Vollbildmodus von XBMC reagierte die Wiimote bei mir sehr zuckend und verzögert. Ähnliche Erfahrungen hab ich mit dem Wiimoteplugin für XBMC (xbmc-eventclients-wiiremote) gemacht. Wie es unter anderen Fenstermanagern oder mit XBMC ganz ohne Fenstermanager aussieht habe ich nicht getestet. Es kann gut sein, dass das Wiimoteplugin oder der XBMC-Vollbildmodus zusammen mit wminput besser funktionieren. Die hier beschriebene Vorgehensweise hat bei mir jedenfalls bei weitem die besten Ergebnisse erzielt.

Zuerst muss man XBMC selber im Fenstermodus laufen lassen.

Danach dann über die KDE-Fenstereinstellungen den Vollbildmodus aktivieren.

Jetzt lässt sich XBMC bequem über die Wiimote steuern:
Mit Sensor-Bar oder anderer Infrarotlichtquelle (z.B. zwei Teelichter) zeigt man mit der Wiimote auf den Bildschirm und klickt, indem man „A“ auf der Wiimote drückt; Rechtsklick ist auf „B“.
Ohne Sensor-Bar kann man mit dem Wiimote-Steuerkreuz die Menüs durchblättern und die Auswahl jeweils mit „1“ bestätigen.
Mit der „2“ kann man das Video oder Musikstück jederzeit pausieren und die „Home“-Taste bringt einen zurück ins XBMC-Hauptmenü.

Viel Spaß!

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Dienstag, 23. März 2010

Was tun, wenn KWin abstürzt?

Filed under: sidux — zulu9 @ 2:33
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Ab und zu stürzt mir der KDE-Fenstermanager KWin ab. Die Folge ist, dass alle Fenster ihre Ränder verlieren und die Arbeitsfläche weder auf Mausklicks, noch auf Tastatureingaben reagiert. In dem Fall habe ich bisher den X-Server gewaltsam beendet. Dabei verliert man allerdings den Inhalt aller Fenster inkl. aller Dateien, die noch nicht gespeichert wurden.
Oft kann man aber noch in drei einfachen Schritten auf ein TTY wechseln und von dort KWin neustarten. 🙂

So bekommt man KWin wieder, ohne die momentane X-Sitzung beenden zu müssen:

  1. Wechsel zu TTY1:
    STRG+ALT+F1 drücken
  2. Als normaler User einloggen und folgendes eingeben:
    DISPLAY=:0 kwin
  3. Wechsel zurück zur X-Sitzung:
    ALT+F7 drücken

Jetzt sollte KWin wieder gestartet sein und die Arbeitsfläche sich wieder normal bedienen lassen.

Mit dieser Methode kann man übrigens jedes Programm von einem TTY aus in einer X-Sitzung starten. Man muss nur als der User angemeldet sein, unter dem auch die X-Sitzung läuft.
Es sollte mit anderen Fenstermanagern also ebenfalls funktionieren.

Montag, 18. Januar 2010

Fotowall

Filed under: sidux — zulu9 @ 3:34
Tags: , , , , , ,

Fotowall ist eine nette Anwendung um hübsche Poster, Hintergrundbilder, CD-Cover, DVD-Hüllen und ähnliche Dinge zu erstellen. Dabei kann man eigene Dateien, Bilder von Flickr oder Google, Texte und benutzen. Dazu gibt es eine große Anzahl an Effekten und Funktionen zum Anordnen der Elemente. Die Oberfläche ist sehr intuitiv und benutzerfreundlich. Dieser Screencast von „Ubuntianer“ zeigt die Funktionen von Fotowall recht gut. Am besten schaut man sich das Video im Vollbildmodus (und ohne Ton) an. Die Version 0.9 ist in Debian/Unstable verfügbar und über apt-get installierbar.

apt-get update && apt-get install fotowall

Samstag, 16. Januar 2010

KDE 4: Vorschaubilder für Videos in Dolphin

In KDE3 hatte man schöne Vorschaubilder für Videodateien (z.b. in Konqueror). Dies ging lange Zeit in KDE 4 mit Dolphin nicht. Seit einiger Zeit ist es aber mit etwas Konfigurationsaufwand möglich KDE 4 und damit auch Dolphin in Debian dazu zu bringen Vorschaubilder für Videos zu erzeugen.

So gehts:
Als erstes installiert man das Paket mplayerthumbs (als root-Benutzer in einem Terminal):
apt-get update && apt-get install mplayerthumbs

Jetzt startet man (als normaler Benutzer) das Programm mit „mplayerthumbsconfig“

mplayerthumbsconfig screenshot

mplayerthumbsconfig

Dort muss man als als Backend „MPlayer“ einstellen. Die Einstellung für die „Filmstreifen“ ist Geschmackssache und hat nur dekorative Auswirkungen.

In den Einstellungen von Dolphin (Einstellungen -> Dolphin einrichten) kann man jetzt unter Allgemein -> Vorschauen die Vorschau für Videodateien aktivieren.

dolphin configuration for preview icons

Einstellungen in Dolphin

Und so sieht es dann aus:

dolhpin videothumbs for folder icon

Dolphin Videothumbnails #1

dolhpin videothumbs

Dolphin Videothumbnails #2

Die Vorschaubilder werden nicht nur in Dolphin benutzt. Auch auf der Arbeitsfläche und den Dateidialogen werden sie (falls dort jeweils aktiviert) verwendet.

Sonntag, 23. August 2009

Deutsche Sprachausgabe in KDE 4

Sprachausgabe in KDE ist schon lange möglich, war aber für Deutsch immer relativ kompliziert einzurichten. Dies liegt vor allem daran, dass einige benötigte Komponenten unter recht merkwürdigen und restriktiven Lizenzen stehen. Das hat sich leider auch mit KDE 4 nicht geändert. Etwas leichter als damals ist die Installation allerdings schon geworden, da MBROLA und zwei deutsche Stimmen jetzt im non-free Repository von Debian sind.

Achtung: Zur Zeit wohl von Bugs gebissen
Die Synthese bricht leider immer nach einigen Silben oder Wörtern ab. Den Grund dafür habe ich noch nicht gefunden. Das Problem trat, wenn ich mich richtig erinnere, mit KDE 4.2 noch nicht auf. In diesem Zustand ist das Ganze natürlich ziemlich unbrauchbar. Trotzdem habe ich hier schon mal alle nötigen Schritte zusammengestellt und Screenshots gemacht. Eventuell findet ja jemand raus, wieso es nicht mehr als ein paar Silben bzw. Wörter am Stück reden will.

Und so geht’s:

Als erstes die nötigen Pakete installieren. (Achtung: MBROLA und die Stimmen sind in contrib / non-free).
apt-get update && apt-get install kttsd kmouth mbrola mbrola-de6 mbrola-de7

Jetzt brauchen wir noch TXT2PHO, welches leider nicht über Apt zu installieren ist.
Von dieser Seite die Datei txt2pho.zip runterladen und dann als root-Benutzer folgendermaßen installieren:
unzip -d /usr/share/ txt2pho.zip
chmod +x /usr/share/txt2pho/txt2pho
cp /usr/share/txt2pho/txt2phorc /etc/txt2pho

Jetzt müssen in der Datei /etc/txt2pho folgende Pfade angepasst werden.
DATAPATH=/usr/share/txt2pho/data/
INVPATH=/usr/share/txt2pho/data/

Das geht z.B. mit mcedit in der Konsole sehr einfach.
mcedit /etc/txt2pho

Die markierten Zeilen wurden angepasst

Die markierten Zeilen wurden angepasst

Jetzt kann man in den Systemeinstellungen unter Zugangshilfen die Sprachausgabe einrichten.

Systemeisntellungen -> Zuganshilfen

Systemeinstellungen -> Zugangshilfen

Sprecher -> Hinzufügen

Sprecher -> Hinzufügen

Einstellungen für den Sprecher

Sprache und Synthesizer wählen

Im Konfigurationsdialog für den Sprecher müssen dann die Pfade zu MBROLA, TXT2PHO und den Stimmen eingetragen werden (KTTS findet einiges davon automatisch).
txt2pho-Programmdatei /usr/share/txt2pho/txt2pho
Mbrola-Programmdatei /usr/bin/mbrola
Die Stimmen für MBROLA liegen in /usr/share/mbrola/voices/ (de6 für eine männliche und de7 für eine weibliche Stimme).

Sprecherkonfiguration

Sprecherkonfiguration

Zur Zeit gibt es einen Bug, der dazu führt, dass KTTSD mitten in der Ausgabe abbricht. In den meisten Fällen hilft es, als Audio-Ausgabe für KTTSD von Phonon auf ALSA umzustellen.

Audio-Ausgabe auf ALSA umstellen

Audio-Ausgabe auf ALSA umstellen

Jetzt kann man KTTSD aktivieren.

Sprachausgabe aktivieren

Sprachausgabe aktivieren

Dann noch mit OK bestätigen und die Sprachausgabe sollte (sollte! 😉 ) laufen.

Ein einfacher Weg zu testen, ob alles klappt ist KTTSD direkt über D-Bus anzusprechen:
qdbus org.kde.kttsd "/KSpeech" say "Hier spricht dein Computer" 0
Wenn man was hört, hat es geklappt.

KMouth ist eine einfache GUI, die eingegeben Text vorliest.

KMouth bei der Arbeit

KMouth bei der Arbeit

KTTSMgr bringt einem ein Icon im Systemabschnitt des Panels für leichten Zugang zu den Einstellungen und der Möglichkeit den Inhalt der Zwischenablage vorzulesen.

KTTSMgr Icon

KTTSMgr Icon

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